Roche verstärkt seine ADC-Strategie beim kleinzelligen Lungenkrebs und sichert sich für 570 Mio. US-Dollar Rechte an B7H3-ADC tambotatug pelitecan von MediLink (China). Der Deal folgt auf frühere Milliardenpartnerschaften und unterstreicht Roches Fokus auf innovative Onkologieprogramme im SCLC. Die Upfront-Zahlung ist deutlich höher als bei der ersten Kooperation.

Die Schweizer Roche sichert sich in einem erneuten Dealt mit der chinesischen MediLink ein zweites Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC). Diesmal sind jedoch Upfront- und weitere kurzfristige Zahlungen um den Faktor elf (!) höher und liegen bei rund 570 Mio. US-Dollar. MediLink münzt damit den gestiegenen eigenen Wert nun bereits zu Beginn einer Kooperation um.

Das war vor mehr als eineinhalb Jahren eine große Schlagzeile, als die Schweizer Numab AG (Horgen am Zürichsee) über das Vehikel eines Spin-outs einen einzelnen Antikörper für 1,25 Mrd. US-Dollar an Johnson 6 Johnson verkaufte. Nicht bei zukunftsgerichteten Meilensteinen zu bezahlen, sondern direkt „cash in de Täsch“, wie man in Köln sagen würde.

VarmX (Leiden, Niederlande) und Rentschler Biopharma, Laupheim, bauen ihre Kooperation zur Herstellung der Gerinnungstherapie VMX-C001 aus und bereiten die Phase III sowie eine mögliche Kommerzialisierung vor. Das Projekt verfügt über den FDA-Fast-Track-Status; die Skalierung der Produktion findet in Milford (USA) statt, wo Rentschler eine Niederlassung betreibt.

Die Schweizer Basilea Pharmaceutica AG (Allschwil, Schweiz) ist eine Forschungskooperation mit dem US-Biotech Prokaryotics zur Entwicklung eines neuartigen Breitband-Antimykotikums eingegangen. Der Deal hat ein Volumen von bis zu 48,5 Mio. US-Dollar. Ziel sind invasive Pilzinfektionen mit neuem Wirkmechanismus; Basilea übernimmt später die Entwicklung und Vermarktung.

Die Bayer AG ist über ihre Investmenteinheit Leaps by Bayer mit der US-amerikanischen Soufflé Therapeutics eine strategische Kooperation zur Entwicklung einer zellspezifischen siRNA-Therapie gegen eine seltene Form der dilatativen Kardiomyopathie eingegangen. Mit der Zusammenarbeit stärkt Bayer sein kardiovaskuläres Portfolio im wachsenden Feld des Gen-Silencing.

Patentstreite in der pharmazeutischen Industrie sind eher die Regel als eine Besonderheit. Dass die Leverkusener Bayer AG gerade jetzt, gefühlt deutlich nach der Zeit, einen grundlegenden Patentstreit mit allen mRNA-Impfstoffentwicklern der Pandemie beginnt, kommt daher überraschend. Da es dabei wohl um Milliarden geht, ist der Ansatz nachvollziehbar, das Timing aber wirft Fragen auf.